Erst mal durchatmen
Enttäuschung ist völlig normal und auch berechtigt. Du hast Zeit investiert, dich vorbereitet, Nerven gelassen und dann kommt ein kurzes "Leider müssen wir Ihnen mitteilen...". Das darf sich scheiße anfühlen.
Aber lass dir nicht zu viel Zeit mit Grübeln. Die Frage "Was hab ich falsch gemacht?" kreist gerne im Kopf und ist meistens nicht mal die richtige Frage. Dazu gleich mehr.
Feedback anfragen: Die meisten trauen sich das nicht
Und das ist schade. Denn eine freundliche Rückfrage nach dem Grund der Absage ist absolut legitim und viele Recruiter antworten ehrlich wenn man höflich fragt. Das ist die wertvollste Information die du aus einem Bewerbungsprozess mitnehmen kannst.
So könnte das aussehen:
"Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich würde mich sehr über ein kurzes Feedback freuen, damit ich mich weiterentwickeln kann. Gibt es einen konkreten Punkt den ich verbessern könnte?"
Kurz, freundlich, ohne Vorwurf. Keine langen E-Mails, keine Diskussion. Einfach fragen. Im schlimmsten Fall bekommst du keine Antwort. Im besten Fall eine ehrliche Rückmeldung die dich wirklich weiterbringt.
Nicht jede Absage liegt an dir
Das ist wichtig und wird viel zu selten gesagt. Manchmal war intern bereits jemand gesetzt bevor du überhaupt eingeladen wurdest. Manchmal wurde das Budget gestrichen, die Stelle umbesetzt oder die Anforderungen haben sich geändert. Das passiert häufiger als man denkt und hat rein gar nichts mit deiner Qualifikation zu tun.
Wenn das Gespräch aus deiner Sicht gut lief und du trotzdem eine Absage bekommst lohnt es sich das im Hinterkopf zu behalten. Es muss nicht an dir liegen.
Was du konkret mitnehmen kannst
Falls du Feedback bekommen hast oder selbst etwas bemerkt hast:
- Schwierige Fragen notieren und bessere Antworten vorbereiten
- Schauen ob es fachliche Lücken gibt die sich schließen lassen
- Den eigenen Auftritt reflektieren: Körpersprache, Struktur der Antworten, Vorbereitung auf das Unternehmen
- Überlegen ob die Stelle wirklich gepasst hätte oder ob die Absage vielleicht sogar gut ist
Weitermachen mit System
Eine Absage darf nicht alles stoppen. Der wichtigste Tipp den ich geben kann: bewirb dich immer parallel und nie nacheinander. Wer nach einer Absage erst wieder von vorne anfängt verliert wertvolle Zeit und gerät in ein emotionales Auf und Ab das unnötig zermürbend ist.
Halte mehrere Prozesse gleichzeitig am Laufen. So ist keine einzelne Absage das Ende der Welt.
Und bevor du dich das nächste Mal bewirbst
Schau dir an wie das nächste Unternehmen mit Bewerbenden umgeht. Nicht erst wenn die Absage kommt sondern vorher. Auf Ghosted.Global kannst du anonym und kostenlos nachschauen wie andere den Bewerbungsprozess dort erlebt haben. Wie lange sie auf Feedback gewartet haben. Ob sie überhaupt eine Rückmeldung bekommen haben.
Weil eine Absage eine Sache ist. Aber einfach nie mehr zu hören ist eine andere.